Kampf um die Fachschaft

December 16, 2016

 

An der WiSo-Fakultät der Uni Köln gibt es 16 Studiengänge, aber nur eine Fachschaft. Einige Sowi-Studierende wollen das ändern - und stoßen auf erbitterten Widerstand.

 

Vor sechs Jahren gründeten eine Handvoll SozialwissenschaftlerInnen an der Uni Köln die Hochschulgruppe Sozialwissenschaften (HSG- Sowi). Ihr Ziel: Eine eigene Fachschaft. Im November konnte die HSG-Sowi einen ersten Sieg erringen. Im Rahmen der nächsten Uniwahlen am 12. Dezember sollen alle Studierenden der Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie befragt werden, ob sie eine eigene Fachschaft haben wollen, beschloss das Studierendenparlament (Stupa). Die HSG-Sowi sieht sich damit ihrem Ziel einen großen Schritt näher, auch wenn das Ergebnis des Referendums nicht bindend ist.

 

Nach Ansicht der HSG ist die Abspaltung überfällig. „Wir haben das Gefühl, dass die WiSo-Fachschaft den Bedürfnissen der Sowi-Studierenden nicht gerecht wird“, sagt Kamilla Halemba, von der HSG. Die WiSo-Fachschaft habe es verpasst, die Sowi-Studierenden mitzunehmen. Sowohl die Studiengänge an der Fakultät, als auch die Studierenden seien zu unterschiedlich, um in einer Fachschaft organisiert zu sein. „Mehrere Fachschaften sind an anderen Fakultäten völlig normal“, meint die Studentin. Zuletzt scheiterte die HSG-Sowi immer wieder am Widerstand der Unabhängigen, der größten Fraktion im Stupa, die auch zu großen Teilen aus Mitgliedern der WiSo-Fachschaft besteht.

„Eine reine SoWi-Fachschaft hätte zu wenig Geld und Fachschaftler für viele der aktuellen Großprojekte“, sagt Pauline Gondesen von den Unabhängigen, die auch Fachschaftsreferentin des AStA ist.

Die Fachschaften bekommen im Semester 2,10 Euro für jeden Studierenden. Die WiSo-Fachschaft hat demzufolge knapp 20 000 Euro pro Halbjahr zur Verfügung. „Wenn man der WiSo-Fachschaft diese Gelder nimmt, könnte das die Examensfeier in ihrer jetzigen Form gefährden“, sagt Pauline. Außerdem könnten SozialwissenschaftlerInnen nach der Abspaltung nicht mehr an von der WiSo-Fachschaft organisierten Veranstaltungen, wie der Erstsemesterfahrt teilnehmen. Für eigene Veranstaltungen würde das knappe Budget einer Sowi-Fachschaft nicht reichen, meint Pauline.

 

Theoretisch könnten die Fachschaften in Zukunft zwar Veranstaltungen zusammen organisieren, doch der Streit zwischen der HSG-Sowi und den Unabhängigen macht eine Kooperation unwahrscheinlich. Im Stupa kam es zu üblen Beleidigungen und auf Wahlpartys angeblich sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen den Gruppen. Die Unabhängigen beklagten sich zuletzt über einen Text mit dem Titel "Töte den Unab in Dir". Wer den Text geschrieben hat, ist nicht klar, die HSG SoWi distanziert sich davon.

"Ups, leider haben wir keine Inhalte..."

Klar ist hingegen, dass es ein Mitglied der Unabhängigen war, das dafür sorgte, dass auf der Webseite www.hsg-sowi.de lange Zeit "Upps, wir haben leider keine Inhalte" angezeigt wurde. 

Egal wie die Abstimmung im Dezember ausgeht, der Kampf der Hochschulgruppen um die Fachschaft wird damit sicherlich nicht zu Ende sein.

 

Foto: Tobias Pastoors, Screenshot vom 13.11.2016

 

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