Fachschaft Wirtschaft der TH Köln storniert Absolventenball im Maritim-Hotel

March 4, 2017

Foto: Fachschaft TH Köln

 

Die Fachschaft Wirtschaft der TH Köln (FSW) hat am 08. Februar ihren Absolventenball 2017 im Kölner Maritim-Hotel storniert. Grund hierfür ist der geplante Bundesparteitag der AfD im Maritim im April 2017. 

Jens Berg, Sprecher der FSW, erklärt, man wolle so ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen:

“Die FSW ist die gewählte studentische Vertretung im Fachbereich der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TH Köln und vertritt über 2.500 Studierende verschiedenster Nationalitäten, politischer Ansichten, Sexualitäten und Glaubensrichtungen. Die FSW ist keiner Partei zugehörig. Die Fachschaft Wirtschaft spricht sich für eine weltoffene, demokratische und friedliche Gesellschaft aus.
Rassistische und menschenverachtende Äußerungen, wie sie in Teilen der AfD getätigt werden, wollen wir entschieden entgegentreten. Diese untergraben das Fundament unseres friedlichen Zusammenlebens. Daher verurteilen wir auch die Kooperation zwischen der Hotelgesellschaft Maritim und der AfD. Mit der Stornierung der Veranstaltung möchten wir öffentlich ein Zeichen setzen, dass eine solche Hetze nicht wort- und protestlos hingenommen wird. Dennoch drücken wir unsere Solidarität gegenüber den Mitarbeiter*innen des Hotels aus und verurteilen Angriffe und Drohungen auf diese.”

Dass diese Entscheidung erhebliche Mehrkosten für die FSW verursacht, nehmen die Studierenden aber gerne in Kauf. Rund 3000 Euro sollen dadurch zusätzlich fällig werden.

Auf der Facebook-Seite der Fachschaft heißt es, die neue Location (Pullman Cologne) habe aufgrund der Personenkapazitäten an sich höhere Bereitstellungskosten für die Räumlichkeiten.
Dazu kämen Mehrkosten für diverse Produkte wie Bühne, Licht- und Tontechnik und Tanzparkett.
Außerdem müssten neue Vereinbarungen bei Dienstleistern (Security, Fotograf, Technik etc.) getroffen werden, da oft eigene Vertragspartner gewünscht seien.

 

Offenbar sind diese Kosten aber so hoch, dass sie nicht vollständig aus eigenen Mitteln gedeckt werden können. Damit die Feier trotzdem stattfinden kann, hat die FSW eine Online-Sammelaktion gestartet:

 

“Wer unsere klare Haltung unterstützenswert findet, hat nun die Möglichkeit sich über unsere Crowdfunding-Kampagne bei der Finanzierung dieser Mehrkosten zu beteiligen”, so Jens Berg.

 

Bis jetzt wurden auf diese Weise 61 von 3000 Euro eingesammelt (Stand: Sa., 04.03.2017).
 

Das Maritim Köln steht bereits seit Wochen in der Kritik, da die AfD am 22. und 23. April hier ihren Parteitag abhalten wird. Maritim-Geschäftsführer Gerd Prochaska erklärte gegenüber der Jüdischen Allgemeinen:
“Wir haben der AfD bereits angeboten, kostenfrei vom Vertrag zurückzutreten, wovon bedauerlicherweise bisher kein Gebrauch gemacht wurde.”

Es werden zukünftig keine weiteren Veranstaltungen der AfD im Maritim-Hotel stattfinden. Man distanziere sich “deutlich von der aktuellen politischen Ausrichtung und Gesinnung der AfD”.
Björn Höcke hat schon jetzt Hausverbot.

 

 

 

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