Durch die Stadt mit: Daniel Kelterbaum

Spontaner Familienbesuch in Köln und ihr seid mit eurem Stadtführer-Latein schon nach dem Dom am Ende? Keine Panik: Wir haben für Euch mit Daniel Kelterbaum, Dozent am Geographischen Institut der Uni Köln, gesprochen und mit ihm einen idiotensicheren Stadtrundgang erstellt.

 

Station 1: Innenstadt
Köln 500 Meter tiefer und am Meer? Vor ca. 50 Millionen Jahren ganz normal. Köln liegt in einer tektonischen Schwächezone, diese brach und Köln sackte ab. Dank der Sedimente des Rheins und der Maas hob sich das Relief – relativ gesehen – wieder an, sodass wir heute leider auf den Meeresblick verzichten müssen.

 

Station 2: Am Rhein
Warum befindet sich das Stadtzentrum eigentlich nicht auf der „Schäl Sick“? Die Gründe liegen im Rhein, der linksrheinisch einen Prallhang bildet, wo das Wasser erodiert. Dieser Prallhang ist meist fünf bis sechs Meter höher gelegen als der gegenüberliegende Gleithang in Deutz und bietet so einen schnellen Zugang zum Wasser – gut für den Handel und die Römer, die dort keine nassen Sandalen bekamen.

 

Station 3: Monte Troodelöh
Freie Sicht am Rhein – könnt ihr die größte Erhebung Kölns im Osten der Stadt sehen? Wahrscheinlich nicht, der Monte Troodelöh im Königsforst misst nur 118 Meter. Nur 5 Meter weiter gen Osten steht man höher, jedoch auf Bergisch-Gladbacher Gebiet. Imposant am Monte Troodelöh ist also nur der Name. Gipfelmarkierung samt Gipfelbuch gibt es trotzdem. Kölsche Selbstironie in Reinform.

 

Station 4: Altstadt – Alter Markt/ Groß St. Martin
Eine Insel im Rhein! Schon die Römer haben diese mit dem Land verbunden, sie befand sich östlich der heutigen Altstadt. Zwischen Alter Markt und Groß St. Martin kann man sie immer noch spüren. Von der Altstadt zum Rhein gehend durchschreitet man eine Senke. Früher versackte man dort im Moor, heute in Kneipen.

 

Station 5: Hohe Straße/Breite Straße
Hohe Straße und Breite Straße waren die Hauptachsen der Römer. Die Hohe Straße war die erste Linie oberhalb des Rheines, die nicht hochwassergefährdet war. Heute ist die Hohe Straße dank Rückhalteflächen (Flächen, die überflutet werden können, um den Wasserspiegel zu senken) im Oberlauf des Rheins zwar kaum noch hochwassergefährdet, trägt ihre Vergangenheit aber immer noch im Namen.

 

Station 6: Der Ring
Der erste Ring war die mittelalterliche Stadtmauer. Überbleibsel dieses Festungsrings sind die teilweise noch sichtbaren Tore wie Eigelstein-Torburg, Hahnentorburg, Severinstorburg. Auch die auf „-Wall“ endenden Straßennamen weisen auf den Verlauf der Stadtmauer hin. Da die Stadtfläche zu
klein wurde, riss man Teile der Mauer im 19. Jahrhundert ab und baute auf den ehemaligen Festungsanlagen die Prachtstraßen Hohenzollernring, Sachsenring und Ubierring. 

 

 

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October 10, 2019

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