Das Café Chaos ist besetzt

Vor zehn Tagen hat die Uni Köln die Schlösser am Café Chaos ausgetauscht und es damit geschlossen. Nun wurde der Raum besetzt. Die Besetzer*innen fordern von der Uni einen alternativen Raum - die Uni betont, dass man Angebote gemacht habe.

 
Dass das Café Chaos im Keller der Humanwissenschaftlichen Fakultät (HumFak) nicht bleiben kann, steht schon länger fest. Neue Brandschutzauflagen machen den Betrieb dort unmöglich. In den vergangenen Wochen haben die Betreiber*innen daher mit der Uni über alternative Räume verhandelt - ohne Erfolg. Seit heute ist das Café Chaos besetzt. "Wir haben gesehen, dass die Tür einfach offen stand und haben dann im Plenum entschlossen, dass wir eine Besetzungsaktion machen", sagt eine der Besetzer*innen. So richtig besetzt wirkt das Café allerdings nicht, eher wiedereröffnet. Der Raum ist jedem zugänglich, Blockaden gibt es keine.

Die Uni habe weder gleichwertige Räume angeboten, noch lösungsorientierte Gespräche geführt, klagen die Besetzer*innen in einem offenen Brief über Facebook an. Auch der Austausch der Schlösser sei ohne Absprache erfolgt. In der Schließung des Cafés, sehen die Besetzer*innen einen "Angriff auf demokratische studentische subkulturelle Strukturen." Sie werfen der Universität vor, sich mit kritischer Lehre zu schmücken, aber keine Räume für Reflektion zu bieten.

Streit um gleichwertigen Raum

Der Pressesprecher der Uni Köln, Patrick Honnecker hingegen, betont, dass die Uni bemüht sei, den Betrieb des Cafés an anderer Stellte zu ermöglichen. "Wir sind da sehr entgegenkommend und haben mehrere Räume im C-Trakt angeboten, die aus unsere Sicht gleichwertig sind, aber die wurden abgelehnt", sagt er. Er betont auch: "Nicht jeder, der einen Raum an der Uni nutzen möchte, hat einen Anspruch darauf. Die Aktivitäten im Café Chaos fallen nicht unter die primäre Aufgabe von Universitäten." Wie die Besetzer*innen  trotz der ausgetauschten Schlösser in den Raum kommen konnten, um ihn zu besetzen, sei der Universität noch nicht klar, sagt Honnecker.

 

Die Besetzer*innen fordern in ihrem offenen Brief eine schriftliche Zusage zu einem aus ihrer Sicht gleichwertigen Raum. Denn die Räume im C-Trakt sind dies aus ihrer Sicht nicht. Sie seien zusammengenommen nicht einmal halb so groß wie das aktuelle Café und zudem auch räumlich nicht verbunden. Es fehle dort außerdem an fließendem Wasser.

Vonseiten der Besetzer*innen gibt es einen Alternativvorschlag bezüglich der Räumlichkeiten. So sollen zwei Container, die schon länger auf dem Campus der HumFak stehen, den Studierenden überlassen werden, um das Café Chaos neu zu eröffnen. Diese Container hätten eine größere Fläche als das jetzige Café. Auf Angaben des Dekanats hin, dass der Standort geprüft werde, sei laut den Besetzer*innen noch nichts geschehen.

"Bis das passiert bleibt das Café Chaos besetzt!", schreiben sie. Für Dialog stehe man jederzeit bereit. Auch Patrick Honnecker betont, dass man eine Räumung vermeiden wolle und auf Dialog setze. Klar sei aber auch: " Der Raum im Keller muss aus Brandschutzgründen geschlossen werden."

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

UPCOMING EVENTS: 

Ihr habt Lust bei uns mitzumachen und eine Sonntagskolumne zu schreiben oder einen Artikel, kommt vorbei!

 

FOLGE DER KSZ: 

  • Black Facebook Icon
  • Black Twitter Icon
  • Black YouTube Icon

RECENT POSTS: 

October 10, 2019

Please reload

Die Kölner Studierenden-zeitung erscheint einmal im Semester mit einer Auflage von 9.600 Exemplaren und behandelt Themen rund um den Campus: Ob Hochschul- oder Stadtpolitik, Kunst und Kultur sowie aktuell relevante Gesellschaftsthemen.

Die KSZ wird von jungen engagierten Menschen in Teamarbeit realisiert. Bei uns arbeiten angehende Medienwissenschaftler*innen, Mediziner*innen, Jurist*innen und Designer*innen sowie Schüler*innen und Absolvent*innen der Kölner Journalistenschule.