Wer ist eigentlich Albertus?

September 27, 2019

Sie dient als Treffpunkt, Sitzgelegenheit oder Schattenspender. Die große Statue von Albertus Magnus ist Teil des Kölner Uni-Lebens. Aber wer war eigentlich dieser Albertus und was hat er mit der Uni zu tun?

Albertus Magnus, wie er leibt und lebt.

 

Eine Gruppe Erstsemester sammelt sich um die große graue Statue vor dem Hauptgebäude der Uni Köln. „Alle die Statue angucken“, schreit die Studierende mit dem Smartphone in der Hand und schießt ein Foto. Wieder eine Etappe der Ersti-Rallye gemeistert. Die Statue werden die Studierenden jetzt öfter sehen - die meisten zumindest. Doch die Geschichte, die hinter dem Mann auf dem Uni-Vorplatz steckt, kennen viele nicht.

Es war einmal vor langer Zeit, ungefähr 1200 nach Christus, als Albertus in Lauingen an der Donau geboren wurde. Wie Albertus seine Kindheit und Jugend verbrachte, weiß man nicht so genau. Damals wusste schließlich noch niemand, welch wichtige Rolle er spielen würde und daher wurde sein Leben auch nirgendwo dokumentiert. Kurz vor Albertus‘ Geburt hatte sich der Dominikanerorden gegründet; er war eine religiöse Vereinigung, entstanden aus einer Armutsbewegung. Dieser Orden vertrat die Meinung, dass Wissen und Tugend wichtiger seien als Besitz und Herkunft.

Von Albertus hat man erst wieder etwas gehört, als er in der wichtigsten Phase des Lebens war: Er hat studiert, und zwar in Padua. Seine Fächer waren geisteswissenschaftlich; möglicherweise hat er auch Jura und Medizin studiert, doch auch das ist nicht ausreichend dokumentiert. Der Dominikanerorden war zu der Zeit auf der Suche nach neuen intellektuellen Mitgliedern. Und wo macht man am besten Werbung? Natürlich an der Uni. So ist Albertus an seiner Uni auf Jordan von Sachsen getroffen, den zweiten Ordensmeister des Dominikanerordens. Er überzeugte Albertus, Teil des Ordens zu werden und in die schönste Stadt am Rhein zu kommen - wir wissen ja alle, welche das ist. Albertus wurde in Köln, der wichtigsten Ordensniederlassung Deutschlands, Novize - quasi ein Priester-Azubi. Bald wurde Albertus zum Priester geweiht, hat dann in mehreren Städten unterrichtet und 1245 in Paris promoviert.

Die Sache mit der Bildung gefiel den Leuten scheinbar gut und der Dominikanerorden wuchs immer weiter. Deshalb beschloss der Orden, weitere Universitäten aufzubauen. Und wer wäre für den Aufbau der Ordensuniversität in Köln besser geeignet als der Musterschüler Albertus? Albertus Magnus hat also die erste Hochschule Deutschlands und Vorläuferin der Uni zu Köln eingerichtet.

Nach dem Aufbau der Uni ist Albertus noch fröhlich durch Mitteleuropa gewandert, hatte verschiedene wichtige Ämter inne und hat auch mal den Papst besucht, der von ihm begeistert war. Die Kölner*innen hingegen stritten sich immer wieder mal mit ihrem Erzbischof. Hier war Albertus der einzige, dem es (ganze drei Mal) gelang, diese Streitigkeiten zu schlichten, bevor es zu größeren Schlachten kam. Im schönen Kölle hat Albertus auch die letzten Jahre seines Lebens verbracht. 1280 starb er, 1931 sprach Papst Pius XI ihn heilig. 1928/29 wurde bereits vorgesehen, eine Statue von Albertus vor den geplanten Uni-Neubau zu stellen (ja, auch das Hauptgebäude war mal neu). Doch erst nach dem Dritten Reich erhielt der Platz den Namen Albertus-Magnus-Platz. 1956 gab die Stadt unseren bronzenen Albertus in Auftrag. Seitdem thront die große Statue vor dem Hauptgebäude der Universität, und dient den ein oder anderen Studierenden als Fahrradständer oder Sitzgelegenheit.

 

 

Foto von 1971markus (Ausschnitt). Link zum Originalfoto und Lizenzangaben: https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Albertus_Magnus_Skulptur,_Universität_zu_Köln.jpg#mw-jump-to-license

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