Sonntagskolumne: Wie der schwedische König beweisen wollte, dass Kaffee giftig ist


Kein Wunder, dass Forscherinnen und Forscher nicht müde werden, die gesundheitliche Wirkung von Kaffee zu untersuchen: Schon im 18. Jahrhundert kursierten Gerüchte über das angeblich so giftige Getränk. Damals bewegten sie den schwedischen König Gustav III., die vielleicht allererste Kaffeestudie in Auftrag zu geben.

Kein Getränk ist den Deutschen so wichtig wie Kaffee. Na gut, vielleicht abgesehen von Bier... Sagen wir: Kein nicht-alkoholisches Getränk ist den Deutschen so wichtig wie Kaffee. Laut Deutschem Kaffeeverband ist Deutschland das größte Exportland für Kaffeeprodukte – dabei wird der Rohkaffee gar nicht bei uns angebaut. Das Genussmittel ist zum täglichen Grundnahrungsmittel geworden. Denn Kaffee macht wach, gibt Energie und vertreibt auch mal leichtere Kopfschmerzen – eine Alltagsdroge. Und wie das bei Drogen halt so ist, kommen immer wieder Fragen nach den gesundheitlichen Gefahren auf. Und dann werden Studien gemacht. Und dann werden die Bedenken relativiert. Und dann behauptet ein Forscher oder einer Forscherin, dass Kaffee richtig gesund ist. Und dann findet man einen neuen bedenklichen Inhaltsstoff im Kaffee. Und dann kommt die nächste Studie... Den Rest könnt kann man sich denken. Und niemand wundert sich mehr darüber.

Zweifel am Kaffee sind genauso alt wie der Kaffeekonsum in Europa selbst. Irgendwie unheimlich ist dieses schwarze Getränk mit der aufputschenden Wirkung ja schon. Das dachte sich auch der schwedische König Gustav III. und erfand die Urmutter aller Kaffeestudien. Wenn man der überlieferten Geschichte glauben will...

Es war einmal – genauer gesagt, irgendwann zwischen 1771 und 1792 – ein schwedischer König, der hieß Gustav III. Dieser König war fest davon überzeugt: Kaffee ist giftig! Wahrscheinlich hatte er das irgendwo gelesen. Auf jeden Fall war Gustav III. nun besorgt, und weil Kaffeetrinken in Europa immer beliebter wurde, gab er eine Studie in Auftrag.

Als Versuchskaninchen wurden zwei zum Tode verurteilten Schwerverbrecher ausgewählt, die nicht ganz zufällig auch noch Zwillinge waren. Die geplante Hinrichtung wurde verschoben und von nun an musste der eine Zwilling jeden Tag drei Tassen Kaffee trinken. Sein Bruder bekam stattdessen drei Tassen Tee. Bald kam es zu den erwarteten Todesfällen. Aber nicht die Zwillinge starben, sondern die betreuenden Ärzte. Dann wurde Gustav III. bei einem Opernbesuch erschossen. Und zu guter Letzt verstarb der teetrinkende Zwilling mit 83 Jahren. Der Kaffee hat gesiegt und der Kaffeetrinker überlebt. Und wenn er nicht gestorben ist, dann trinkt er noch heute Kaffee...

Zugegeben, selbst die Universität in Uppsala, die diese Geschichte auf ihrer Website erzählt, bezweifelt die Wahrheit der Überlieferung. Aber schön ist diese Geschichte doch, oder? Wie wäre es: Jetzt erst einmal ein Tässchen Kaffee?

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