• Antea Puco

Sonntagkolumne: Online-Studium in Zeiten von Corona

Eine Umstellung für jeden. Seit der Ausbreitung der Corona- Pandemie wurden nun auch in Europa viele Einschränkungsmaßnahmen durchzogen.

Unser privates Leben, unsere Arbeit, aber auch die Universitäten sind von unerwartet drastischen Änderungen geprägt.

Zum ersten Mal wechseln Universitäten gezwungenermaßen zum Online- Studium. Dies birgt Veränderungen in allen Studienbereichen. Wie gehen sie mit dieser Veränderung um? Sind sie zufriedener oder stellen sich in der Online-Lehre doch mehr Komplikationen den Studierenden in den Weg? Wie anpassungsfähig sind sie zu dieser Zeit?


Die Recherche fiel mir dadurch, dass ich selbst studiere, leicht. Schon so verständigte ich mich nach Einbruch der Pandemie digital über alle möglichen Netzwerke mit Freund*innen, um im Kontakt zu bleiben und um mich über all die Veränderungen auszutauschen.

Viele meiner Befragten meinten: Ja. Insbesondere Studierende haben Probleme sozialer Art und werden einsamer. Sie sehen ihre alltäglichen Bekanntschaften nicht mehr und es fehlt Ihnen schwerer, den Kontakt zu halten.

Auch das gegenseitige Austauschen leidet darunter. Viele betonen, dass man sich nun sich selbst mehr motivieren müsste und das gemeinsame Lernen wegfällt.


Ich als Studentin der Betriebswirtschaftslehre sehe das genauso. Aber nicht nur in meinem Studienbereich finde ich diese Einstimmigkeit, sondern auch in den Studiengängen Psychologie, Medienkultur & Englisch, Lehramt, Mehrsprachige Kommunikation und Sozialwissenschaften etc. Ob Bachelor oder Master alle Befragten vermissen den spontanen Austausch mit Kommilitonen*innen. Das Gefühl von Ausgeglichenheit – Fehlanzeige. Die Arbeit, die von zu Hause gemacht werden muss ist immens. Viele müssen sehr viel Zeit in Vor-und Nachbereitung legen und sogar der/die Professor*innen darauf hinweisen, dass zu viel erwartet wird.


Gut, dass der/die Professor*innen dies ebenfalls einsehen und sich dementsprechend angepasst haben, sagt Hanna, Psychologiestudentin im Master. Den Professoren*innen fiel die Einschätzung der Lernumfangs anfangs auch nicht leicht, daher mussten sie ihre Erwartungen etwas herunterschrauben.Dabei muss man auch in Betracht ziehen, dass viele Studierende von zu Hause aus gewisse Störfaktoren haben, die sie zuvor nicht hatten. Viele wohnen mit ihrer Familie, mit ihr*er Partner*in oder mit WG-Mitbewohner*innen.


Adela, 21, ist seit der Corona- Pandemie zurück zu ihren Eltern nach Hamburg gezogen. Sie sagt, ihre Eltern nehmen zwar Rücksicht darauf, aber ganz funktionieren tut das Zusammenleben auch nicht.


Granit, Bwl Student, hat dabei keine Probleme, seine Familie lässt ihn fürs Lernen in Ruhe. Bei ihm tauchen jedoch andere Probleme auf. Die etwas mangelnde Motivation von zu Hause aus, um die Inhalte zu lernen, macht es ihm schwerer. Das Lernen in der Bibliothek vor der Pandemie fiel für ihn erfolgreicher aus. Nach und nach hat er sich an das Home-Learning jedoch gewöhnen können/müssen.


Wie sich herausstellt ein gängiges Problem, mit dem alle anderen auch zu kämpfen haben. Ivana wohnt alleine. Von zu Hause arbeiten ist sie in ihrem Studium Medienkultur & Englisch gewohnt, jedoch sind Gruppenarbeiten ein großer Teil ihres Studiums und würden nur halb so gut funktionieren. Leider hat sich herausstellt, dass die meisten Studierenden keine Befürworter des Online-Studiums sind. Ihnen fehle der soziale Kontakt, das Arbeitspensum sei, durch die Fehleinschätzung der Professoren*innen gestiegen und durch die mangelnde Konzentration und Motivation von zu Hause aus zu arbeiten, sei nur schwer zu bewältigen. Ein großes Problem sei, sich nicht ablenken zu lassen und nicht allzu gestresst zu werden. Selbstmotivation und Ausgeglichenheit ist bei vielen eines der größten Hindernisse.

Eins ist klar, alle freuen sich, wenn alles wieder beim Alten ist oder wie Ivana sagt: „Ich freue mich, wenn die Uni wieder normal weiter geht.“


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