• Savanna Schmitz

Wie viele Tropfen bringen das Fass zum Überlaufen?

Der Asphalt verschwindet, überdeckt vom strömenden Rhein. Die Bäume an der Kölner Altstadt Verwft sind in den Wasserpfützen untergetaucht und schlagen ihre Wurzeln neu. Der Rhein läuft über. Der Pegel steigt. Ein Sinnbild vielleicht auch für die aktuelle Gemütslage.


Die Europäische Börse macht sich Sorgen über bevorstehende Crashs, die Schere zwischen Arm und Reich dehnt sich immer mehr aus. Amazon profitiert und macht uns das Leben leichter, während die lokalen Geschäfte samt Mittelstand an ihre Existenzfragen kommen. „Wenn wir dann genug Impfstoffe in Deutschland übrighaben, dann geben wir den Rest an Arme Länder“ spricht es von einem U-Bahn Werbebanner. Eine verdrehte Logik der Machtverteilung unserer Welt spiegelt sich darin wieder. Corona zeigt uns wer an den Hebeln sitzt.


Die Angst vor einem Systemcrash schwingt auch im Gesundheitssystem mit. Es ist Zeit für etwas Neues. Aufbruch und Umbruchsstimmung. Wie viel ertrinken braucht die Menschheit vor dem Aufwachen, um zu begreifen, dass wir neue Strukturen brauchen, die uns halten. In der Ethnologie und Soziologie spricht Victor Turner von einem Zustand der Schwellenphase, welcher durch das Gefühl einer Egalitären Gemeinschaftserfahrung zwischen Menschen definiert wird. Angelehnt an Arnold van Genneps Ritualtheorie entwickelte er eine Theorie über stetig wiederkehrenden Gesellschaftlichem Wandel. Dieser besagt, dass wir während Rituellen Handlungen drei Soziale Zustände haben: Die Ablösungsphase, Umwandlungs oder Schwellenphase, sowie Reintegrationsphase. Diese Erfahrungen, angewandt auf den Gesellschaftlichen Kontext, ergeben nach Turner ein Element der Statusumkehrung während der Schwellenphase. Er beschreibt einen Zustand der Antistruktur in der Egalität zwischen Geschlecht, Herkunft, Alter und Status herrsche.



Turner geht von immer wiederkehrenden zwei Hauptmodellen der Gesellschaftsordnung aus. Einmal strukturiert hierarchisch sowie rudimentär undifferenziert. Vielleicht befinden wir uns in der Aufbruchzeit, um neue Fragen für Gesellschaftliches zusammenleben zu stellen. Gehen wir heute von einer Gesellschaft mit klaren Regeln und Ordnungen aus oder einer Gesellschaft, die nochmal neu erklärt werden muss? Oder gehen wir davon aus, dass Leben immer Veränderung ist und wir eine Ordnung und Strukturierung herstellen? Zwei ethnologische Fragen die aktueller denn je sind.


Wie viele Regeln brauchen wir? Es müsse exakt die FFP 2 Maske sein. Und viele Menschen sind müde, um zu folgen. Ist das noch die Demokratie die wir haben wollen?


Ein neuer Umgang mit Ressourcen muss leben, Handel neu definieren. Wirtschaft ist nicht nur die Börse. Die Welt gibt so viel her, doch für die Gier der Menschen, sagte schon Gandhi…


Eine Zeit, um überflüssige Vorurteile abzubauen, wenn Zoom die Sozialisation in eine neue Richtung lenkt. Nationsgrenzen werden durch Macht und Interessensstrukturen in den Medien beeinflusst. Wir bräuchten 7-mal positivere Medien, um ein Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Nachrichten herzustellen. Werden Medien genutzt, um Politische Zwecke zu fördern oder Verständnis und Menschlichkeit zu schaffen sowie Vorurteile abzubauen? Ein neuer moderner Medienbegriff tritt auf mit dem wir nun lernen. Das Medium programmiert mich und ich programmiere das Medium? Das Medium ist ein Austauschraum, der uns auf Distanz hält, aber gleichzeitig nah vereint. Das Zirkulieren von Informationen in einer Dualität von Menschen und Medialen Räumen hebt nochmal eine ganz neue Form der Globalisation hervor. Die Welt bricht auseinander und doch zusammen. 300 Jahre Globalisierung mit Machtausnutzung. Jetzt spüren wir die Ergebnisse. Wie viele Tropfen braucht es zum Überlaufen?


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